Gedanken zur Losung vom 26. März

Ich bekenne meine Schuld, bekümmert bin ich meiner Sünde wegen.

Psalm 38,19

Die Traurigkeit nach Gottes Willen wirkt zur Seligkeit eine Umkehr, die niemanden reut.

2. Korinther 7,10

Ist die Menschheit eigentlich selber Schuld an ihrer derzeitigen Lage? Ist das Coronavirus am Ende gar eine Strafe Gottes für alle möglichen Verfehlungen? Wird Buße und Umkehr zu Gott uns auch vor dieser Krankheit retten? Diese Gedanken sind mir in den letzten Tagen von verschiedenen Seiten begegnet.

Mir fällt es schwer, in einer Notlage – wie auch immer sie aussehen mag – ein Strafgericht Gottes zu sehen. Gewiss kann Gott so handeln. Doch ich möchte mir nicht anmaßen, Gottes Gedanken zu kennen. Stattdessen will ich auf den Gott vertrauen, der uns in Jesus Christus begegnet. Ein Gott, der am Elend der Menschen mitleidet. Der nicht verurteilt, sondern vergibt. Der Krankheiten heilt und Menschen gesund macht.

Das heißt freilich nicht, dass Gott uns aus unserer Verantwortung entlässt.

„Ich bekenne meine Schuld, bekümmert bin ich meiner Sünde wegen,“ heißt es in der Losung für den heutigen Donnerstag.

Unsere moderne Lebensweise hat die rasend schnelle Ausbreitung des Virus erst möglich gemacht. Auch jenseits des Virus gibt es viele Bereiche, in denen schon seit längerem immer wieder ein Umdenken angemahnt wird – im Blick auf den Umgang mit unserer Umwelt ebenso wie im Hinblick auf das Miteinander mit unseren Mitmenschen.

Vielleicht gibt uns die Krise ja Zeit, dass wir uns auf das Wesentliche besinnen. Dass wir entdecken, wie viel möglich ist, wenn wir nur wollen. Dass wir es wagen, uns mit aller unserer Kraft füreinander und für diese Welt einzusetzen. Und dass wir neu auch auf Gott zugehen und von ihm Hilfe erwarten. So, wie es auch der Beter des 38. Psalms ausspricht:

„Verlass mich nicht, HERR, mein Gott, sei nicht ferne von mir!
Eile, mir beizustehen, Herr, meine Hilfe!“