Einzeln und doch gemeinsam

Jene, die fern sind,
werden kommen und am Tempel des HERRN bauen.

Sacharja 6,15 (Losung für den 31. März)

Der Tempel in Jerusalem. Der Ort, an dem die Gegenwart Gottes mit allen Sinnen erlebt werden konnte. Unter König Salomo erbaut, von den Babyloniern zerstört. Als Sacharja im Auftrag Gottes redete, war der Wiederaufbau gerade im Gang. Es war eine mühevolle Arbeit, für die nur bescheidene Mittel zur Verfügung standen. Wie schön musste da die Vorstellung klingen, dass Helfer aus aller Welt zusammenkommen, um hier mitzubauen.

Als junger Student – es war kurz nach der politischen Wende in Osteuropa – nahm ich an einer Aufbaufreizeit im Osten Polens teil, gemeinsam mit anderen Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Deutschland und Polen. Gemeinsam arbeiten, aber auch gemeinsam feiern – das allein macht Freude, motiviert und erfüllt.

Gemeinsam daran arbeiten, dass Gottes Gegenwart sichtbar wird. So lässt sich die Vision des Sacharja in unsere Zeit übersetzen. Gemeinsam Gott groß machen und seinen Namen ehren.

Das fällt schwer in diesen Tagen, wenn Kontaktreduzierung angesagt ist. Und doch ist es nicht unmöglich. Gerade jetzt leuchtet immer wieder etwas auf von der Erfüllung dieser Vision. Wenn Menschen einander helfen. Sich gegenseitig ermutigen. Füreinander Besorgungen übernehmen. Und sich auch dann miteinander verbunden wissen, wenn sie in der Stille beten.

Ganz für uns können wir nun vorbereiten, was sich später in das große Bauwerk einfügen lässt. Jetzt können wir den Samen legen für die Zeit nach der Pandemie. Ich bin gespannt, was jetzt keimt und wie es dann weiterwächst, wenn wir uns wieder treffen können.

Uns allen wünsche ich die Zuversicht, dass Gott das Werk unserer Gedanken und Hände segnen möge.