Siehe, ich bin lebendig!

Wochenspruch für Ostern – 12. April 2020

Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.

Offenbarung 1,18

In dieser Woche gedenken wir des Leidens und Sterbens Jesu. Und wir feiern, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. Leiden, Sterben, neue Hoffnung. Wie kaum jemals zuvor spiegelt sich das Ostergeschehen in unserer Gegenwart.

Eine neue Krankheit hat die Welt im Griff. Mit aller Kraft wird versucht, die Ausbreitung zu bremsen. Auch, wenn wir gesund sind, beherrscht die Krankheit unseren Alltag. Die Berichte über schwere Verläufe, über immer mehr Todesfälle können uns Angst machen und rufen Bersorgnis hervor. Der Tod scheint uns näher gerückt in diesen Tagen – auch dann, wenn wir uns sicher sind: mich wird es doch nicht treffen. Fernsehen, Internet, die Tageszeitung überfluten uns mit Bildern von Menschen auf der Intensivstation, Ärzten und Pflegekräften in Schutzkleidung. Erschöpfte und verzweifelte Helfer betteln händeringend um Schutzkleidung. Das Leiden und der Tod sind allgegenwärtig – auch wenn sie unsere Orte noch nicht erreicht haben.

Doch auch die Hoffnung ist da: dass niemand von uns so ernsthaft erkrankt, dass sein Leben in Gefahr gerät. Dass Kontaktbeschränkungen, Homeoffice, Schulschließungen und viele andere Maßnahmen wirken. Dass die Menschen vernünftig sind und sich an die auferlegten Regeln halten – auch wenn die Sehnsucht nach Kontakten, nach Nähe und Gemeinschaft von Tag zu Tag größer wird. Dass es gelingt, den wirtschaftlichen Schaden zu begrenzen, und dass die medizinische Forschung geeignete Medikamente und Impfstoffe findet. Dass wir die Krankheit überwinden und das Leben weitergeht.

Dass das Leben weitergeht. Für die Jüngerinnen und Jünger Jesu hat sich diese Hoffnung an Ostern erfüllt. Jesus, der am Kreuz gestorben war, den sie schon begraben hatten, ist wieder lebendig! Gott hat ihn zu neuem Leben erweckt. Am Ende bestimmt nicht der Tod über unser Leben – sondern Jesus, der die „Schlüssel der Todes“ in seiner Hand hält. Diese Hoffnung gibt uns Kraft, nun auch mit den Ängsten und Sorgen unserer Zeit umzugehen.

Das Leben geht weiter. Das feiern wir an Ostern. Halleluja – Gelobt sei Gott!