Lebendige Hoffnung

Gedanken zum Wochenspruch für Quasimodogeniti – 19. April 2020

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. (1. Petrus 1,3)

Am Ostermorgen musste ich kurz in Heldenfingen etwas erledigen. Als ich mit dem Auto aus Heuchlingen hinausfuhr, konnte ich lesen: „Der Herr ist auferstanden.“ In großen Buchstaben hatte jemand diese Osterbotschaft quer über die Straße geschrieben.

In diesen Tagen ist vieles anders, als wir es gewohnt sind. Auch Ostern haben die meisten Menschen wohl auf ganz neue und andere Weise gefeiert. Doch die Botschaft dieses Festes – sie ist gleich geblieben: Der Herr ist auferstanden. Die Auferstehung Jesu Christi kann auch unser Leben verändern.

Zunächst einmal ist die Auferstehung Jesu eine Bestätigung seiner Botschaft. Indem Gott Jesus zu neuem Leben erweckt, macht er endgültig deutlich: das ist mein Sohn, und was er gesagt und getan hat, das hat er in meinem Namen getan, das entspricht meinem Willen.

Wenn wir uns das zu Herzen nehmen, dann liegt darin auch die Ermutigung, dass wir selber dem Weg Jesu und seinem Beispiel folgen: im geschwisterlichen Füreinander, in der Nächstenliebe, im Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit. Dass wir bereit sind, einander zu vergeben und um Vergebung zu bitten; dass wir teilen, was wir haben.
Für all dies müssen wir in diesen Tagen neue Wege finden. Wir können einander weder die Hand zur Vergebung reichen noch uns gemeinsam auf eine Bank setzen und das Vesperbrot teilen. Aber wird es dadurch schwieriger, Jesu Vorbild zu folgen? Ich denke, dass es im Gegenteil sogar einfacher werden könnte. Weil wir gezwungen sind, für vieles neue Mittel und Wege zu finden, könnte es vielleicht auch leichter werden, endlich über den eigenen Schatten zu springen und das zu tun, wozu uns bislang der Mut fehlte, was uns peinlich erschien oder von dem wir nicht wussten, wie wir es anpacken sollen: einen alten Streit endlich aus der Welt räumen. Um Hilfe bitten, Hilfe anbieten oder annehmen. Einen kritischen Blick auf das eigene Leben werfen, auf die Beziehungen zu den Mitmenschen – und zu Gott.

Dazu ist Jesus auferstanden – dass unser Leben sich ändert, dass wir nochmals neu beginnen – miteinander, und mit Gott. Das gibt mir Hoffnung, auch für diese Zeit.