Lieder, die verbinden

Die Corona-Epidemie zwingt uns Abstand zu halten. Damit fehlt uns etwas vom Wichtigsten in unserem Leben: die Gemeinschaft mit anderen Menschen, gemeinsames Erleben als Ausdruck unserer Verbundenheit.

Es gibt wohl nichts, was diese Lücke wirklich schließen kann. Doch es gibt Möglichkeiten, trotz Distanz gemeinsam Freude zu verbreiten und zu erleben. Schon in vielen Orten, z.B. auch in Heldenfingen, gibt es Straßen- oder Balkonkonzerte (initiiert von den Musikvereinen). Diese Idee möchten wir gerne aufgreifen und noch mehr Mitstreiter gewinnen – die vom Balkon aus oder auf der Straße vor dem Haus gemeinsam musizieren, singen oder zuhören.

Worum geht es genau?

Sonntags um 18.00 Uhr soll in unseren Orten ein Konzert erklingen, an dem sich möglichst viele Musikanten von zuhause aus beteiligen.

Gespielt und gesungen werden vier Stücke:

– Ode An die Freude (Rundel) / 1 Strophe

– Kein schöner Land (Rundel) / 2 Strophen

– Die Gedanken sind frei (Rundel) / 2 Strophen

– Irische Segenswünsche (Möge die Straße uns zusammenführen) / 3 Strophen

Die Noten dazu finden sie hier:

https://www.rundel.de/de/lieder_die_verbinden/c-340 bzw. https://www.erzbistum-koeln.de/thema/adventmitspielkonzert/texte-und-noten/

Textblätter sowie Kopien der 1. Stimme in c und b und des Klaviersatzes liegen in den Kirchen aus. Im Internet ist für beinahe jedes Instrument ein passender Satz vorhanden!

Wer kein Instrument spielt, kann einfach mitsingen.

Den Einsatz geben die Glocken unserer Kirche. Mit dem ersten Glockenschlag um 18.00 Uhr wird die „Ode an die Freude“ angestimmt. Die weiteren Lieder folgen – hören sie einfach auf die Klänge aus der Nachbarschaft.

Je mehr sich daran beteiligen, mit desto mehr Menschen sind wir verbunden – und umso mehr können wir eine Freude bereiten.

Wir feiern wieder gemeinsam …

… wenn auch mit Einschränkungen.

Ab 10. Mai sind wieder Gottesdienste in den Kirchen möglich.
Wir beginnen in Heuchlingen um 9.00 Uhr und in Heldenfingen um 10.00 Uhr.

Natürlich gelten auch vor, während und nach dem Gottesdienst die notwendigen Abstandsregeln.

Weitere Einschränkungen sind, dass wir z.B. auf gemeinsames Singen verzichten und die Emporen gesperrt sind.

Damit wir im Vorfeld wissen, wieviele Personen zu erwarten sind – und vor allem: damit wir am Sonntag niemanden wegschicken müssen – dürfen Sie sich gerne telefonisch oder per Mail im Pfarramt anmelden: 07324 / 2727 oder pfarramt.heuchlingen@elkw.de.

Weitere Hinweise finden Sie auf der Gottesdienst-Seite.

Schönes Wetter!

Grauer Himmel, Asfalt mit Pfützen, ein großer Busch, es regnet.

Was ist denn eigentlich „schönes Wetter“? Unser erste Gedanke ist vermutlich immer: schönes Wetter ist, wenn die Sonne scheint. Tatsächlich wirkt die Welt dann viel schöner, leuchten die Farben der Natur viel kräftiger als wenn der Himmel grau und bedeckt ist.

Doch es ist nicht schön, wenn wir immer nur schönes Wetter haben. Im April gab es bis jetzt jeden Tag wenigstens einige Stunden Sonnenschein, manchmal von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Geregnet hat es dagegen so gut wie gar nicht. Das Land ist trocken und staubig, viele Pflanzen schon welk und schwach.

Vielleicht ist es kein schönes Wetter – aber es ist gutes Wetter, wenn es so wie heute sanft regnet. Der Beter des 104. Psalms sagt zu Gott

Du feuchtest die Berge von oben her,
du machst das Land voll Früchte, die du schaffest.
Du lässest Gras wachsen für das Vieh
und Saat zu Nutz den Menschen,
dass du Brot aus der Erde hervorbringst,
dass der Wein erfreue des Menschen Herz
und sein Antlitz schön werde vom Öl
und das Brot des Menschen Herz stärke.

Psalm 104,13-15

Ich will Gott danken für den Regen, der so wichtig ist – und will ihn noch um mehr davon bitten:

Himmlischer Vater, Schöpfer der Erde,
du hast die Welt geschaffen als Lebensraum für alle Kreatur.
Du hast versprochen, dass nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze,
Sommer und Winter, Tag und Nacht – solange die Erde steht.
Wir bitten dich in dieser Zeit der Dürre: Gedenke deines Versprechens.
Schenk dem Land Fruchtbarkeit, dass es uns weiter nährt.

Jesus Christus, unser Erlöser, unser Bruder,
wir bitten dich für die Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten, überall auf der Welt.
Ihr wirtschaftliches Überleben hängt ab von der Ernte.
Stärke sie und sei bei ihnen, wo sie sich verlassen fühlen.
Schenk ihnen Menschen, die sie unterstützen und für sie einstehen.

Heiliger Geist der Liebe und der Wahrheit,
ermutige uns, uns für den Schutz deiner Schöpfung einzusetzen.
Gib uns Ideen, wie wir einander stützen können in diesen schweren Zeiten.
Gib den Bemühungen Gelingen, das Leben zu schützen in dieser großen Krise.
Schenk, dass diese Erde mehr und mehr zum Raum wird, in dem die Geschöpfe miteinander leben können, ohne Hunger und ohne Angst: Dein Reich komme. Amen.

Evangelische Landeskirche Württemberg

Wem folgen wir?

Gedanken zum Wochenspruch für den Misericordias Domini

Christus spricht: „Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich geben ihnen das ewige Leben. (Joh 10,11.27.28)

Wem folgen wir? In den sozialen Medien gehört es dazu – egal, ob das nun Facebook, Instagram oder Twitter ist: ein, zwei Klicks, und wir folgen einer Person oder Organisation. Wann immer diese Person nun eine neue Nachricht veröffentlicht, einen Text, ein Bild, ein Filmchen, wird es in unserem Konto angezeigt. Natürlich folgen wir vor allem den Menschen und Organisationen, die wir mögen und deren Ansichten wir teilen. Und es ist längst kein Geheimnis mehr: das wiederum beeinflusst unser Denken und unsere Meinung.

Die Filter und Algorithmen der Onlinedienste zeigen uns genau das an, was wir mögen – andere Meinungen und Betrachtungsweisen nehmen wir gar nicht mehr wahr.

Oftmals ohne dass wir es merken, heißt „folgen“ auch, dass wir in eine bestimmte Richtung gelenkt werden. Wer in den sozialen Medien erfolgreich ist, kann davon inzwischen seinen Lebensunterhalt bestreiten. Es hat sich hierfür sogar schon eine Art Berufsbezeichnung für etabliert – Influencer, auf deutsch: Beeinflusser.

Jemanden zu folgen – das ist nicht nur eine Sache von Sympathie. Immer geht es dabei auch um die Frage: Von wem lassen wir uns prägen? Wer sagt uns, was richtig und gut ist, was schön ist, welcher Stil gerade angesagt ist und welche Musik wir gerne hören? Was uns gefällt und was nicht, beruht längst nicht mehr nur auf unserem eigenen Geschmack – oft genug werden wir ganz subtil in die Richtung gelenkt, von der sich dieser oder jene Anbieter den größten Gewinn erhofft.

Wem folgen wir? Was darf uns prägen? Wohin lassen wir uns führen? Jesus stellt sich uns als der gute Hirte vor. Ein Hirte führt seine Schafe. Er prägt sie auf seine Person, damit sie ihm folgen. Ein guter Hirte hat vor allem eines im Sinn: das Wohlergehen seiner Schafe. Schon im Alten Testament wurden die Mächtigen, die Verantwortlichen, die Leistungsträger der Gesellschaft, die Wohlhabenden und Tonangebenden mit Hirten verglichen. Doch Gottes Urteil über diese Hirten fällt vernichtend aus: es sind schlechte Hirten, weil sie nur auf den eigenen Vorteil und Gewinn bedacht sind.

Ganz anders begegnet uns Jesus, der gute Hirte. Er ist bereit, das eigene Leben für seine Herde zu lassen. Dieser Satz wurde in der Auswahl für den Wochenspruch leider ausgelassen: „Der gute Hirte lässt  sein Leben für die Schafe … Ich lassen mein Leben für die Schafe.“ Jesus stellt nicht den eigenen Erfolg an erste Stelle. Ihm geht es darum, dass er alle, die ihm anvertraut sind, zu einem guten Ziel führt. „Ich gebe ihnen das ewige Leben.“ Wer Jesus folgt und sich an seinem Vorbild orientiert, der geht diesem Ziel entgegen.

Wem folgen wir? Wer darf uns prägen? Und wohin lassen wir uns führen?

Lebendige Hoffnung

Gedanken zum Wochenspruch für Quasimodogeniti – 19. April 2020

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. (1. Petrus 1,3)

Am Ostermorgen musste ich kurz in Heldenfingen etwas erledigen. Als ich mit dem Auto aus Heuchlingen hinausfuhr, konnte ich lesen: „Der Herr ist auferstanden.“ In großen Buchstaben hatte jemand diese Osterbotschaft quer über die Straße geschrieben.

In diesen Tagen ist vieles anders, als wir es gewohnt sind. Auch Ostern haben die meisten Menschen wohl auf ganz neue und andere Weise gefeiert. Doch die Botschaft dieses Festes – sie ist gleich geblieben: Der Herr ist auferstanden. Die Auferstehung Jesu Christi kann auch unser Leben verändern.

Zunächst einmal ist die Auferstehung Jesu eine Bestätigung seiner Botschaft. Indem Gott Jesus zu neuem Leben erweckt, macht er endgültig deutlich: das ist mein Sohn, und was er gesagt und getan hat, das hat er in meinem Namen getan, das entspricht meinem Willen.

Wenn wir uns das zu Herzen nehmen, dann liegt darin auch die Ermutigung, dass wir selber dem Weg Jesu und seinem Beispiel folgen: im geschwisterlichen Füreinander, in der Nächstenliebe, im Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit. Dass wir bereit sind, einander zu vergeben und um Vergebung zu bitten; dass wir teilen, was wir haben.
Für all dies müssen wir in diesen Tagen neue Wege finden. Wir können einander weder die Hand zur Vergebung reichen noch uns gemeinsam auf eine Bank setzen und das Vesperbrot teilen. Aber wird es dadurch schwieriger, Jesu Vorbild zu folgen? Ich denke, dass es im Gegenteil sogar einfacher werden könnte. Weil wir gezwungen sind, für vieles neue Mittel und Wege zu finden, könnte es vielleicht auch leichter werden, endlich über den eigenen Schatten zu springen und das zu tun, wozu uns bislang der Mut fehlte, was uns peinlich erschien oder von dem wir nicht wussten, wie wir es anpacken sollen: einen alten Streit endlich aus der Welt räumen. Um Hilfe bitten, Hilfe anbieten oder annehmen. Einen kritischen Blick auf das eigene Leben werfen, auf die Beziehungen zu den Mitmenschen – und zu Gott.

Dazu ist Jesus auferstanden – dass unser Leben sich ändert, dass wir nochmals neu beginnen – miteinander, und mit Gott. Das gibt mir Hoffnung, auch für diese Zeit.

Wie geht es eigentlich Christen in anderen Ländern?

Die Maßnahmen zur Eindämmung Corona-Epidemie bringen massive Einschränkungen der Grundrechte mit sich. Versammlungsfreiheit und Bewegungsfreiheit sind eingeschränkt, und nicht zuletzt auch die Freiheit der Religionsausübung. Wir können das in Deutschland verhältnismäßig gut ertragen, weil und solange wir darauf vertrauen können, dass diese Einschränkungen baldmöglichst wieder aufgehoben werden.

In anderen Ländern gehören solche Einschränkungen zum Alltag, und wer ein kritisches Wort dagegen sagt, landet schneller im Gefängnis, als man sich umsehen kann.

Wie geht es eigentlich Christen in anderen Ländern? Die Organisation „Open Doors“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, Christen zu unterstützen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden. Jeweils samstags gibt es zur Zeit einen Livestream, um über unsere verfolgten Geschwister zu berichten und für sie zu beten.

Die wichtigsten Infos zum Livestream:

  • abrufbar unter: www.opendoors.de/livestream 
  • Wann: Samstag 18:00 Uhr
  • Dauer: ca. 1 Stunde
  • Anschließend ist das Video eine Woche lang online abrufbar

Psychologie für zuhause

Ja länger die Kontaktbeschränkungen dauern, desto eher schlagen sie auch aufs Gemüt. Da tut es gut, sich der Situation bewusst zu stellen. Auch die Landesstelle der Psychologischen Beratungsstellen in der Evangelischen Landeskirche möchte einen Beitrag zur aktuellen Situation leisten. Auf ihremYoutube-Kanal veröffentlichen sie immer montags, mittwochs und freitags das neue Format „Psychologie für Zuhause“. Die Playlist finden Sie HIER.

In kurzen Videobeiträgen behandelt Diplom-Psychologin Susanne Bakaus Themen wie Gefühle, Beziehungen und den Umgang damit. Die Filmchen richten sich bewusst auch an Menschen, die sich zuvor noch nicht mit Psychologie beschäftigt haben.

Siehe, ich bin lebendig!

Wochenspruch für Ostern – 12. April 2020

Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.

Offenbarung 1,18

In dieser Woche gedenken wir des Leidens und Sterbens Jesu. Und wir feiern, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. Leiden, Sterben, neue Hoffnung. Wie kaum jemals zuvor spiegelt sich das Ostergeschehen in unserer Gegenwart.

Eine neue Krankheit hat die Welt im Griff. Mit aller Kraft wird versucht, die Ausbreitung zu bremsen. Auch, wenn wir gesund sind, beherrscht die Krankheit unseren Alltag. Die Berichte über schwere Verläufe, über immer mehr Todesfälle können uns Angst machen und rufen Bersorgnis hervor. Der Tod scheint uns näher gerückt in diesen Tagen – auch dann, wenn wir uns sicher sind: mich wird es doch nicht treffen. Fernsehen, Internet, die Tageszeitung überfluten uns mit Bildern von Menschen auf der Intensivstation, Ärzten und Pflegekräften in Schutzkleidung. Erschöpfte und verzweifelte Helfer betteln händeringend um Schutzkleidung. Das Leiden und der Tod sind allgegenwärtig – auch wenn sie unsere Orte noch nicht erreicht haben.

Doch auch die Hoffnung ist da: dass niemand von uns so ernsthaft erkrankt, dass sein Leben in Gefahr gerät. Dass Kontaktbeschränkungen, Homeoffice, Schulschließungen und viele andere Maßnahmen wirken. Dass die Menschen vernünftig sind und sich an die auferlegten Regeln halten – auch wenn die Sehnsucht nach Kontakten, nach Nähe und Gemeinschaft von Tag zu Tag größer wird. Dass es gelingt, den wirtschaftlichen Schaden zu begrenzen, und dass die medizinische Forschung geeignete Medikamente und Impfstoffe findet. Dass wir die Krankheit überwinden und das Leben weitergeht.

Dass das Leben weitergeht. Für die Jüngerinnen und Jünger Jesu hat sich diese Hoffnung an Ostern erfüllt. Jesus, der am Kreuz gestorben war, den sie schon begraben hatten, ist wieder lebendig! Gott hat ihn zu neuem Leben erweckt. Am Ende bestimmt nicht der Tod über unser Leben – sondern Jesus, der die „Schlüssel der Todes“ in seiner Hand hält. Diese Hoffnung gibt uns Kraft, nun auch mit den Ängsten und Sorgen unserer Zeit umzugehen.

Das Leben geht weiter. Das feiern wir an Ostern. Halleluja – Gelobt sei Gott!

Ostergottesdienst online

Leider hängt der Stream immer wieder. Ich habe die Qualität daher etwas reduziert. Falls das auch nicht hilft, versucht bitte folgenden Link: https://youtu.be/0agK30veutI

In den letzten Wochen haben wir hier in unseren Kirchen in Heuchlingen und Heldenfingen keinen Gottesdienst gefeiert. Wir haben eingeladen, zu Hause zu feiern – mit den Hausandachten, die in der Kirche aufliegen und im Internet heruntergeladen werden können; oder bei einem der vielen Gottesdienste, die aus anderen Gemeinden gestreamt werden.

Doch an Ostern – an diesem Tag der Freude –, da braucht es bewegte Bilder, gesprochene Sprache, gesungenes Lob Gottes.

Leider fehlen uns für eine Liveübertragung die technischen Vorraussetzungen. Darum haben wir auch diesen Gottesdienst im Vorfeld aufgezeichnet. Und er spiegelt wieder, wie wir zur Zeit leben: ohne große persönliche Kontakte. Darum haben wir die einzelnen Elemente zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Orten aufgenommen. Aus den vielen Einzelteilen entstand ein Gottesdienst, und schon beim Aufzeichnen haben wir es gespürt: auch wenn wir nur einzelne waren, sind wir doch verbunden.

Herzliche Einladung zum Ostergottesdienst am Ostersonntag um 10.30 Uhr auf Youtube!