Mit der Bibel durch die Krise

Bibeltexte für jeden Tag bis Ostern

Eine aufgeschlagene Bibel.

Lange Jahre gab es in Heuchlingen und Heldenfingen eine Passionsbibellesegruppe. Menschen haben in der Passionszeit Tag für Tag einen bestimmten Bibelabschnitt gelesen und sich dann einmal in der Woche darüber ausgetauscht.

Pfarrer Manuel Ritsch aus Dettingen hat nun einen Leseplan für die Tage ab heute bis einschließlich Ostermontag erstellt.

Leute aus Heuchlingen und Heldenfingen sind ausdrücklich zur Beteiligung eingeladen und herzlich willkommen – in diesen Zeiten gilt noch mehr als sonst auch schon, dass es für die Teilnahme an unseren Angeboten keine Rolle spielt, wer wo wohnt.

Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Dokument):

Zuhause um zehn

Ferien sind etwas wunderbares. Viele Kinder berechnen schon kurz nach dem Ende einer Ferienperiode, wie lange es noch bis zu den nächsten Ferien dauert. Doch die nun erzwungene Schulpause unterscheidet sich deutlich von den Ferien.

Viele Schülerinnen und Schüler erhalten nun von ihrer Schule tägliche oder wöchentliche Lernaufgaben. Es ist gut, wenn diese im Rhythmus des gewohnten Stundenplans erledigt werden. Doch was macht man, wenn die Aufgaben die Zeit nicht füllen? Und wie gestaltet man den Nachmittag, wenn man Freunde nicht treffen soll und die Spielplätze gesperrt sind?

Das evangelische Jugendwerk Württemberg hat sich als Antwort auf diese Fragen den Blog zuhauseumzehn.de einfallen lassen. Dieter Braun, Fachlicher Leiter des EJW, schreibt:

„Seit heute sind nun also überall Kinder und Jugendliche zu Hause… und vielen wird in den kommenden Wochen schnell die Decke auf den Kopf fallen. Darum haben wir versucht schnell zu reagieren und sind nun mit dem Blog www.zuhauseumzehn.de online gegangen, um euch und eure Kids und Teens zu unterstützen.

Jeden Tag um Punkt 10 Uhr veröffentlichen wir dort zwei coole Ideen: eine für Kinder und eine für Jugendliche… um deren Alltag ein wenig aufzupeppen. Gleichzeitig findet sich auf dem Blog eine Liste mit Links zu weiteren Seiten der Jugendarbeit mit einer Fülle von kreativen Ideen. “

Schaut doch mal rein – und sagt es weiter!

Kerze der Hoffnung

In einem dunklen Fenster leuchtet eine Kerze
Das Licht einer Kerze erhellt die Dunkelheit.

In diesen Tagen der notwendigen Isolation ist es besonders wichtig, Gemeinschaft im Glauben zu leben. Dies ist auch weiter möglich.

Die folgende Anregung habe ich gestern erhalten:

Wir stellen um 19 Uhr eine brennende Kerze ans Fenster. Die Kerze brennt als Licht der Hoffnung. Zur gleichen Zeit läuten auch die Kirchenglocken. Zum Klang der Glocken beten wir in ökumenischer Gemeinschaft für unser Dorf, unser Land und die Welt. Jeder Haushalt für sich. Beim gemeinsamen Vaterunser wissen wir uns mit allen verbunden und von Gott gehalten.

Je mehr Menschen sich anschließen, desto heller scheint das Licht der Hoffnung – in der Welt, für die Welt.

Ein Kollege, der aufgrund einer Lungenvorschädigung seit drei Tagen in absoluter häuslicher Isolation lebt, schreibt: „Das gemeinsame Abendgebet stärkt mich in diesen Tagen sehr.“

Guter Gott,
vieles hat sich verändert in den vergangenen Tagen.
Das Coronavirus ist uns auf einmal sehr nahe gekommen.
Wir müssen unser Leben umstellen.
Vieles, was bisher selbstverständlich war, ist nun unmöglich geworden.
Wir wissen nicht, was noch geschehen wird.
In Deiner Hand sind wir geborgen.
Dir befehlen wir diese Welt an
– die Kranken
– die Pflegekräfte und Ärzte
– die Verantwortlichen in Politik und Wissenschaft
– diejenigen, die nun noch einsamer werden
– …
– uns selber mit unseren Gedanken und Sorgen.
Wende unsere Situation zum Guten.
Lass uns nun zusammenstehen und füreinander da sein.
Sei Du unsere Hilfe und unser Trost.

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.


Wort des Landesbischofs

Wort des Landesbischofs am Dienstag, 17. März 2020 

für die Woche nach dem Sonntag Okuli  

„Meine Augen sehen stets auf den Herrn…“ (Psalm 25,15) 

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Pfarrerinnen und Pfarrer, liebe Mitarbeitende in den Gemeinden!  

Der vergangene Sonntag war ein ungewöhnlicher Tag für unsere Landeskirche und für unser ganzes Land. Wohl zum ersten Mal in unserer persönlichen Lebenserfahrung wurden landeskirchenweit nahezu alle Gottesdienste abgesagt oder in anderer Form gefeiert: mit kurzen Gebeten im Freien vor der Kirchentür oder mit meterlangem Abstand in den Bänken, mit gedruckten Predigten daheim oder als Hausgottesdienste im kleinen Kreis der Hausgemeinschaft oder Familie, über die Medien oder über verschiedenste digitale Kanäle.  

Viele Menschen waren berührt, zum Teil vielleicht auch erschrocken angesichts dieser uns bisher fremden Situation – auch mir ging es nahe, dass sich Gemeinden nicht wie sonst im Kirchen- oder Andachtsraum miteinander versammelten, auf Gottes Wort hören, gemeinsam beten oder das Heilige Abendmahl feiern konnten.  

Und doch habe ich eine große Bereitwilligkeit wahrgenommen, diese Maßnahmen zu unterstützen. Pfarrerinnen und Pfarrer gestalteten kurzfristig ihre Gottesdienste um, stellten Predigten zur Verfügung, waren erreichbar für seelsorgliche Gespräche, boten in Kürze ganz neue Angebote und Formate an. Gottesdienstbesucherinnen und Gemeindemitglieder zeigten Verständnis, beteten miteinander in anderer Form – und stellten eigene Bedürfnisse zurück. Dafür möchte ich Ihnen allen von Herzen danken! 

Der Name des vergangenen Sonntags Okuli – „Augen“ – weist auf eine doppelte Blickrichtung. In Psalm 25,15 heißt es: „Meine Augen sehen stets auf den Herrn…“ Der Sonntag Okuli, ruft uns mitten in der Passionszeit zur Nachfolge Christi auf. Dabei lösen wir den Blick von uns selbst und den eigenen Ängsten und sehen auf Gott. Wir fragen, wohin uns der Weg der Liebe führt. Und erkennen: Christus, dem wir folgen, hat den Schwachen gedient. Auf ihnen liegt in diesen Tagen unser Augenmerk: wenn wir auf eigene Vorteile verzichten, um andere zu schützen. Wenn wir an Ältere und Kranke denken, für sie beten und ihnen unsere Hilfe anbieten, damit sie diese Zeit möglichst unbeschadet und ohne Angst überstehen.  

Doch „Okuli“, die Augen, tauchen auch im Wochenpsalm, in Psalm 34,16 auf: „Die Augen des Herrn merken auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Schreien.“ Das ist Trost für all diejenigen, die sich nun für andere einsetzen – in Medizin und Pflege, in Nachbarschaftshilfe und anderer Form. Trost auch für jeden Einzelnen von uns: Auch wenn wir heute nur wenig Menschen zu sehen bekommen und uns selbst vielleicht einsam und verlassen fühlen – aus Gottes Blickfeld sind wir nicht geraten. Gott sieht uns, wo immer wir sind. Das schenke Ihnen Halt und Zuversicht – auch in den kommenden Wochen, wenn Gottesdienste (nunmehr durch staatliches Verbot) nicht mehr stattfinden können. Über alle erdenklichen Kanäle – per Brief, Telefon, Fernsehen und Internet sowie social media – sind wir als Kirche mit unseren Gemeinden verbunden.    

Gott befohlen!
Ihr  
Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July  

Liebe Gemeindeglieder,

das neuartige Corona-Virus stellt uns vor bislang ungeahnte Herausforderungen. Noch kann nicht endgültig abgeschätzt werden, wie gefährlich diese neue Krankheit ist. Sicher ist bislang nur, dass sie sich sehr schnell ausbreitet – und dass es eine Reihe von Menschen gibt, die besonders gefährdet sind. Diese Menschen gilt es zu schützen.

Darum tun auch wir als Kirchengemeinde alles, was nun erforderlich scheint. Die einfachste und wirkungsvollste Maßnahme ist die, mit möglichst wenigen Menschen in Kontakt zu treten. Wo Menschen sich nicht begegnen, kann auch keine Krankheit übertragen werden. Doch so einfach das klingt, so schwierig ist das zugleich. Die Begegnung zwischen Menschen macht unser Leben aus und prägt unseren Glauben. Dennoch spricht die Vernunft nun dafür, auf den direkten zwischenmenschlichen Kontakt zu verzichten.

Lässt sich der Verlust an persönlichen Kontakten ausgleichen? Sicher gibt es keinen gleichwertigen Ersatz. Doch wir haben heute viele Kommunikationsmöglichkeiten. Das Telefon ist nur eine davon. Viele Menschen, auch die sogenannten „Älteren“, haben heute auch Zugang zum Internet. Dieses Medium kann den Blick in die Augen des anderen, den Händedruck und die Umarmung nicht ersetzen. Doch wir können auf diesem Weg Informationen weitergeben, Gedanken austauschen und andere auch an unseren Gefühlen teilhaben lassen.

Unsere Kirchengemeinde war bislang nicht im Internet vertreten. Auf die Schnelle entsteht in diesen Tagen eine Internetseite – improvisiert, unvollständig und sie wird sich immer wieder verändern.

Wir bemühen uns, hier täglich neue Impulse und Ideen einzustellen. Schauen Sie daher immer wieder rein, nutzen Sie die Kommentarfunktion gerne zur Rückmeldung.

Was wir aber auch nicht aus den Augen verlieren sollten, ist das andere: im Gebet kann sich jeder Mensch unmittelbar an Gott wenden. Durch ihn sind wir miteinander verbunden – auch, wenn wir zuhause „im stillen Kämmerlein“ sitzen. Lassen Sie uns – jeder für sich, und doch gemeinsam – zu Gott beten und ihm seine Welt und die ganze Menschheit anbefehlen.

Bleiben Sie behütet!

Ihr Pfarrer Rolf Wachter