Hausandacht Misericordias Domini – 26. April 2020

Der gute Hirte

Liebe Gemeindeglieder,
in der aktuellen Situation können wir uns nicht in den Kirchen treffen, um miteinander Gottesdienst zu feiern. Das bedeutet aber nicht, dass gar kein Gottesdienst mehr möglich wäre.

Gottesdienst bedeutet: wir singen und loben Gott – und wir lassen uns durch Gottes Gegenwart ermutigen. Auch zuhause können wir vor Gott kommen, beten und über ein Wort aus der Bibel nachdenken. Alleine oder gemeinsam mit denen, die in unserem Haushalt leben.

Dazu will diese Handreichung ermutigen. Sie ist ein Vorschlag zur Gestaltung einer Hausandacht. Die einzelnen Texte können gerne auf möglichst viele Mitfeiernde verteilt werden.

Wenn es möglich ist, singen Sie die die Lieder. Vielleicht haben Sie sogar ein Begleitinstrument. Wenn Sie nicht singen können oder wollen, sprechen Sie die Strophen laut.

Das gilt übrigens für alle Texte: sprechen und lesen Sie laut, auch wenn Sie alleine sind. So nehmen Sie die Texte viel bewusster wahr und sie entfalten ihre ganze Kraft.

Vorbereitung

Räumen Sie beiseite, was die Gedanken abschweifen lässt. Nehmen Sie sich bewusst Zeit.

Nehmen sie für die Lieder ein Gesangbuch zur Hand.

Wenn alle Mitfeiernden Platz genommen haben, zünden Sie eine Kerze an.

Kerze anzünden

Eröffnung

Einer:       Wir feiern diese Andacht in der Gegenwart des dreieinigen Gottes und sprechen:

Alle:          Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Einer:       Der Wochenspruch für diesen Sonntag und die kommende Woche steht im Johannesevangelum:

Christus spricht: „Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich geben ihnen das ewige Leben.
(Johannes 10,11.27.28)

Eingangslied: Früh am Morgen Jesus gehet (EG 664,1-5)

Für dieses Lied ist kein Video/Audio vorhanden.

Psalmgebet und Ehr sei dem Vater (Psalm 23 / EG 711)

Der Herr ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.

Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.

Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.

Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück;

denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.

Du bereitest vor mir einen Tisch
im Angesicht meiner Feinde.

Du salbest mein Haupt mit Öl
und schenkest mir voll ein.

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

Ehr sei dem Vater und dem Sohn
und dem Heiligen Geist,
wie es war im Anfang,
jetzt und immerdar
und von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen.

Eingangsgebet

Einer:       Herr, tue meine Lippen auf

Alle:          dass mein Mund deinen Ruhm verkündige.

Einer:       Gott, gedenke mein nach deiner Gnade.

Alle:          Herr, erhöre mich mit deiner treuen Hilfe.

Herr Jesus Christus,
du hast für uns gelitten,
du bist für uns gestorben und auferstanden.
Als guter Hirte und Beschützer
begleitest du uns auf unserem Lebensweg.
Dafür danken wir dir.

Wir bitten dich:
Wenn wir die Orientierung verlieren,
dann leite uns auf den rechten Weg.
Wenn wir ins Leiden kommen,
gib uns die Kraft, es durchzustehen.
Wenn wir in Angst und Verzweiflung geraten,
rede mit uns durch dein gutes Wort.

Stärke uns durch diese Andacht
– und auch wenn wir nun alleine sind,
lass uns deine Gegenwart spüren.

Liedvers: Meine Hoffnung und meine Freude – EG 576

Meine Hoffnung und meine Freude, / meine Stärke, mein Licht: / Christus, meine Zuversicht, / auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht, / auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht.

Lesung des Predigttextes: 1. Petrus 2,21-25

21 Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußtapfen; 22 er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand; 23 der nicht widerschmähte, als er geschmäht wurde, nicht drohte, als er litt, er stellte es aber dem anheim, der gerecht richtet; 24 der unsre Sünde selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden. 25 Denn ihr wart wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.

Stille

Halten Sie einen Moment Stille.

Nachdenken über den Text

Wenn Sie möchten, können Sie anhand der folgenden Fragen über den Text nachdenken.

  • Wozu sind wir berufen (worauf bezieht sich das „dazu“ in Vers 21)? Lesen Sie dazu auch die vorhergehenden Verse.
  • Wo sehen wir Jesu Fußtapfen? Welche Spur hinterlassen sie- und wie können wir dieser Spur folgen?
  • Wo sind wir – geistlich, seelisch, körperlich – verwundet oder krank? Wie könnte Heilung aussehen?
  • Welche Irrwege sind wir gegangen?
  • Wo erleben wir Jesus als „Hirte und Bischof unserer Seelen“?

Wenn Sie wollen, lassen Sie andere an Ihren Gedanken teilhaben und schreiben Sie diese in einen Kommentar (am Ende der Seite)!

Alternativ oder ergänzend können Sie auch die Predigt im Anhang (vor)lesen.

Lied: Jesu geh voran (EG 391,1-4)


EG 391 Jesu geh voran
Text: Nikolaus Ludwig von Zinzendorf 1721
Melodie und Satz: Adam Drese 1698/Matthias Drude, 1960 (Str. 1+3), Michael Culo, 2010 (Str. 2+4)
Ensemble: Stiftskantorei Öhringen
Aufnahmeort: Johanneskirche Weinsberg


oder
Ich bin in guten Händen (Melodie EG 295)


In guten Händen
Text: Christof Zehendner
Melodie und Satz: Melodie und Satz: Heinrich Schütz 1661
Interpretin: Natasha Hausammann
℗ 2013 Gerth Medien GmbH

1. Ich bin in guten Händen. Mein Hirte ist der Herr. Er schenkt mir, was ich brauche, und gibt mir noch viel mehr. Zum frischen Wasser führt er mich, lässt mich dort Ruhe finden, versorgt mich väterlich.

2. Geht meine Kraft zu Ende, dann richtet er mich auf. Gibt neuen Mut und führt mich den Weg zum Ziel hinauf. Ist bei mir stets und überall, weicht nie von meiner Seite, auch nicht im dunklen Tal.

3. Ich muss mich nicht mehr fürchten, er lässt mich nie im Stich. Er ist ein guter Hirte, beschützt und tröstet mich. Er setzt das Letzte für mich ein, sogar sein eignes Leben. Ich muss ihm wertvoll sein.

4. Er lädt mich ein, zu rasten und deckt mir selbst den Tisch. Schenkt ein aus vollen Händen, ich fühl mich wieder frisch. Weil ich bei ihm geborgen bin, genieß ich seine Liebe bis an mein Ende hin.

Text: Christoph Zehendner

Fürbittengebet

Du guter Hirte, Jesus Christus.
Sind wir wie irrende Schafe?
Wir sehnen uns danach,
den Weg zu kennen.
Du weißt ihn.
Zeig uns den Weg.
Zeig ihn denen,
die uns regieren,
die über uns bestimmen,
die unser Wohl wollen.
Du guter Hirte,
bringe uns auf den richtigen Weg.
Erbarme dich.

Du guter Hirte, Jesus Christus.
Wir sind gefangen in unserer Sorge.
Du siehst die Ängste der Welt.
Schau auf die Menschen,
die keinen Ausweg sehen –
auf der Flucht,
in Lagern,
im Krieg.
Schau auf die Menschen,
die kein Zuhause haben,
wo sie Schutz finden.
Und schau auf die,
für die der Schutzraum zur Gefahr wird.
Du guter Hirte,
steh ihnen bei und trage sie auf deinen Schultern.
Erbarme dich.

Du guter Hirte, Jesus Christus,
siehst unseren Glauben,
unsere Zweifel
und unsere Hoffnung.
Du siehst unsere Geschwister in der Nähe und der Ferne.
Unsere Gemeinde, deine Kirche.
Dir vertrauen wir,
denn du bist bei uns,
bei dir wird uns nichts mangeln.
Bereite uns den Tisch und bleib bei uns.
Erbarme dich,
heute und alle Tage.

Vaterunser

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Schlusslied:
Du bist der Weg und die Wahrheit und das Leben (EG 619,1-4)


EG 619 Du bist der Weg und die Wahrheit und das Leben
Text: Christoph Zehendner 1991
Melodie und Satz: Johannes Nitsch 1991 / Manuela Nägele
Ensemble: Jugendchor crossover
Aufnahmeort: Kreuzkirche Stuttgart-Hedelfingen

oder

Von guten Mächten treu und still umgeben (541, 1–3)


EG 541 Von guten Mächten treu und still umgeben
Text: Dietrich Bonhoeffer (1944) 1945/1951
Melodie: Siegfried Fietz 1970
Satz: Michael Schütz 1998
Ensemble: Jugendkantorei Stuttgart-Vaihingen
Aufnahmeort: Stadtkirche Nürtingen

Segen

Wenn Sie möchten, falten Sie die Hände zu einem „Segenskörbchen“.

Gott segne uns und behüte uns
Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig
Gott erhebe sein Angesicht auf uns
und schenke uns Frieden

Amen.

Stille

Kerze auspusten

Quellen:

Titelbild: Rolf Wachter

Eingangsgebet nach Reinhard Brandhorst, www.evangelische-liturgie.de
Fürbitte nach dem Wochengebet der VELKD

Diese Liturgie ist online abrufbar unter
www.kirche-heuchlingen-heldenfingen.de

Predigt

Liebe Gemeinde,

Belastungen und Leiden gehören zum Leben. Das ist eine Erfahrung, die wohl jeder und jede irgendwann im Leben machen muss. Spätestens jetzt, wenn eine Krankheit unser Leben vollständig verändert – auch wenn wir selber kerngesund sind.

Wir ahnen, wie es sein muss, wenn man krank ist. Wenn so vieles, was bislang selbstverständlich war, nicht mehr möglich ist. Wenn der Bewegungsradius sich auf einen ganz kleinen Bereich verringert. Wenn die Kontakte zu anderen Menschen nach und nach wegbrechen.

Das macht in diesen Tagen vielen Menschen zu schaffen – auch, wenn sie körperlich kerngesund sind. Das macht auch die Kontaktsperren so schwer zu ertragen – weil sie uns verändern, uns in eine Richtung zwingen, die wir eigentlich gar nicht gehen wollen – und wohl doch gehen müssen.

Und niemand kann uns im Augenblick sagen, was noch auf uns wartet, wie es im Blick auf die Corona-Epidemie weitergehen wird. Vielen erscheint die Zukunft wie ein undurchdringbares Dunkel.

Auch der 1. Petrusbrief hat Menschen vor Augen, die unversehens ins Leiden hineingeraten. Die junge Christenheit in Kleinasien hat erste Benachteiligungen und Verfolgungen vor Augen. Die einzelnen müssen sich darauf einstellen, dass es auch sie treffen kann, dass sie ins Leiden hineingeführt werden.

In dieser Situation hat der 1. Petrusbrief eine überraschende, ja befremdliche Botschaft: „Das ist Gnade, wenn jemand um des Gewissens willen vor Gott Übel erträgt und Unrecht leidet.“

Leiden als Gnade! Das stößt uns zunächst vor den Kopf. Das weckt doch unseren Widerspruch. Eigentlich erwarten wir doch, dass Gott uns vor dem Leiden bewahrt?!

Petrus kommt auf diesen „steilen“ Gedanken, weil er den Blick auf Jesus selbst richtet. Er sieht den Lebensweg Jesu als einen Weg der Entbehrungen und des Leidens. Das wird natürlich besonders deutlich in den letzten Tagen Jesu, in seinem Leiden und Sterben am Kreuz. Doch wenn wir ein wenig zurückblicken, dann erkennen wird: Jesu irdischer Weg beginnt schon mit dem Leiden. Unter erbärmlichen Umständen wird er geboren. Schon als Kind muss er fliehen, Josef bringt sich und das ihm anvertraute Kind vor dem Despoten Herodes in Ägypten in Sicherheit. Die Jugend Jesu war sicher nicht von Luxus und Überfluss gekennzeichnet, die Häuser und Lebensverhältnisse in Nazareth waren mehr als armselig. Und als Jesus dann loszog, seine Jünger um sich versammelte, da hatte er nicht mehr bei sich, als er am Leib trug. So sehr ihm die Menschen zujubelten und ihn als Wunderheiler feierten, so sehr stieß er an vielen Orten auch auf schroffe Ablehnung.

Der Weg ans Kreuz – von der Verhaftung im Garten Gethsemane über die Verurteilung, Verspottung bis hin zum qualvollen Gang hinaus nach Golgatha – war nur der Gipfel, die äußerste Zuspitzung eines langen Weges.

Mit diesem Weg hat Jesus eine Spur gelegt, der wir folgen können. Wir sehen seine Fußtapfen – dort, wo er sich den Kranken zuwendet, sich um die Ausgegrenzten kümmert, Menschen wieder ins Leben und in die Gesellschaft hineinholt. Wo er sich nicht an die Konventionen hält, sondern sich auch den Menschen zuwendet, auf die alle anderen mit dem Finger zeigen.

Wir müssen überlegen, wie es uns gelingen kann, in dieser Spur zu bleiben. Die Gabe, Menschen auf wunderbare Weise zu kurieren, ist uns nicht gegeben. Der Mut, unerschrocken den Mund aufzumachen, die Dinge klar und schonungslos beim Namen zu nennen – er fehlt uns oft. Die Vorurteile gegenüber manchen, die in unserer Gesellschaft am Rand stehen, sind auch in uns tief verwurzelt. Stellvertretend für andere Leid – oder auch nur Nachteile – auf sich zu nehmen, überfordert uns.

Es sind wohl eher Tippelschritte, die wir in der Spur Jesu gehen können. Doch das sollte uns nicht davon abhalten, wenigstens diese kleinen Schritte zu wagen. Gerade jetzt zu überlegen, wie wir für andere da sein können. Wie wir menschliche Nähe zeigen können, ohne andere der Gefahr der Ansteckung auszusetzen. Wie wir denen, die unter der Isolation leiden, einen kleinen Lichtstrahl in ihr Leben senden können. Wie wir uns für Schwache und gegen das Unrecht in dieser Welt und in unserer Umgebung einsetzen können.

Ist auch das noch eine Nummer zu groß für uns? Und wie gehen wir nun um mit dem Leid, mit allen Nachteilen und Einschränkungen, denen wir in der derzeitigen Situation ausgesetzt sind? Da ist es gut, wenn wir uns nochmals vor Augen führen, wessen Fußspuren wir da folgen. Es sind die Spuren Jesu, „der für uns gelitten hat.“ Das Leiden Jesu stellt unser Leben in ein neues Licht – in das Licht der Gnade Gottes. „Durch seine Wunden seid ihr heil geworden“, zitiert Petrus aus dem Propheten Jesaja . Deshalb kann Petrus vom Leiden als Gnade reden – weil das Leiden Jesu unser Leben verändert, weil wir durch sein Leiden von Sünde und Schuld befreit werden – und so erst in die Lage versetzt werden, neu aufeinander zuzugehen und füreinander da zu sein. Durch Jesu Leiden bestimmt nicht mehr die Sünde unser Leben, sondern die Gerechtigkeit.

Vielleicht müssen wir Zeiten des Leidens tatsächlich auch als Chance begreifen, einen neuen Blick auf unser Leben zu werfen, es neu zu sortieren, es von Gott in Ordnung bringen zu lassen? Dann wird das Leiden tatsächlich zu Gnade.

Und noch einen Aspekt müssen wir bedenken. Am Sonntag vom guten Hirten betrachten wir Jesus nicht nur als den, der für uns gelitten hat, sondern auch als denjenigen, der uns führt und leitet, wie es ein guter Hirte mit seinen Schafen tut. Petrus schreibt sinngemäß: „Früher seid ihr ziellos umhergeirrt wie verlorengegangene Schafe, aber jetzt habt ihr jemand, der bei euch ist und seine Hand über euch hält, was auch kommen mag. Nun seid ihr umgekehrt zu dem Hirten und Beschützer eurer Seelen.“

Jesus geht uns voran – aber nicht als Feldherr, der seine Soldaten in die Schlacht und damit auch in den möglichen Tod führt, sondern als guter Hirte, der sich um das Leben seiner Schafe sorgt. Unter der Führung dieses guten Hirte können wir auch auf schweren Wegen und im Leiden die Erfahrung machen, die David im 23. Psalm beschreibt:

„Und ob ich schon wanderte im finstern Tal
fürchte ich kein Unglück,
denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.“

Oder – wie es Dietrich Bonhoeffer im Gefängnis zum Ausdruck bringt:

„Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“

So sieht also Christsein aus: Was auch kommen mag, wir leben unter dem Schutz des guten Hirten, wir leben aus der Kraft, die uns Jesus schenkt und wir gehen in seinen Fußspuren.

Eine Begebenheit, die sich in den Bergen zugetragen hat, mag das zum Schluss noch einmal deutlich machen:

Da war in einem hochgelegenen Bergtal Schnee gefallen und hatte einen Vater mit seinem kleinen Sohn auf dem Heimweg überrascht. Durch die hohen Schneeverwehungen gab es fast kein Durchkommen mehr. Aber mit starken Schritten und mit dem ganzen Gewicht seines Körpers bahnt der Vater einen Weg. Und der Junge geht hinterher. Schritt für Schritt in den Fußspuren seines Vaters, auf dem Weg, den er ihm bahnt. So kommen sie miteinander sicher nach Hause. Hätte es der Junge auf eigene Faust versucht, vielleicht ein paar Schritte neben dem Vater, dann wäre er nicht durchgekommen, dann wäre er verloren gewesen. In den Fußspuren des Vaters aber kommt er ans Ziel.

In den Fußspuren des guten Hirten gehen, das ist der Weg des Glaubens, den Jesus selber uns vorgezeichnet hat. Amen.

Rolf Wachter

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