Krippen

Eine Weihnachtskrippe kennt wohl jeder. Meistens wird sie zum Heiligen Abend aufgebaut – und verschwindet nach dem 6. Januar wieder in der Verpackung.

In unseren Kirchen dürfen die Krippen etwas länger stehen. Und sie erzählen nicht nur von dem Kind in der Krippe und den Hirten, sondern stellen die Weihnachtsgeschichte in einen größeren Rahmen.

Da in diesem Jahr Besuche bei der Krippe erschwert sind, laden wir Sie zu einem virtuellen Besuch ein.

Wachsende Krippe in Heuchlingen

Die wachsende – oder lebendige – Krippe in Heuchlingen wird bereits zum 1. Advent aufgebaut. Sonntag für Sonntag verändert sie ihr Gesicht. An den Adventssonntagen werden nach und nach Szenen zu den Predigttexten des Sonntags, zu alttestamentlichen Prophetien oder zur Vorgeschichte der Geburt Jesu dargestellt. An den Weihnachtstagen bis zum Erscheinungsfest verändern dann die Figuren aus der Weihnachtsgeschichte ihren Standort: Maria und Josef finden ihren Platz im Stall, die Hirten verlassen ihre Herde, die Weisen machen sich auf den Weg. So bleibt dann die Krippe bis Mitte Januar stehen.

Für alle, denen es im Film zu schnell ging, hier noch einige ausgewählte Szenen. Durch Anklicken werden die Bilder vergrößert dargestellt.

Simultan- und Heimatkrippe in Heldenfingen

Die Krippe in Heldenfingen ist Simultan- und Heimatkrippe. Als Simultankrippe

Als Simultankrippe stellt sie verschiedene biblische Szenen nebeneinander dar, ohne auf den geschichtlichen Ablauf Rücksicht zu nehmen. So sehen Sie neben der Darstellung der Heiligen Familie in der Geburtshöhle – bei uns ist es tatsächlich kein Stall – die Herbergssuche, und im Hintergrund macht sich die Familie auf nach Ägypten. Diese Form der Krippe macht den inneren Zusammenhang der einzelnen biblischen Geschichten deutlich. So zeigt die Simultankrippe, was wir als Christen bekennen: Die ganze Geschichte Gottes mit den Menschen läuft auf Jesus hin und kommt von ihm her. In Christus berühren sich Zeit und Ewigkeit.

Diese Form der Simultankrippe ermöglicht es uns auch, nicht nur die Geburt Jesu darzustellen, sondern auch sein Leben und Werk – nicht zuletzt das Passionsgeschehen, von dem wir als Christen bekennen, dass es „für uns“ geschehen ist, dass also in Jesu Tod und Auferstehung unser Heil liegt, das wir im Glauben erfassen. Für uns ist es vielleicht gewöhnungsbedürftig, dass auch die Passion in Form einer Krippe dargestellt wird, im alpenländischen Raum gibt es dafür eine lange Tradition.

Unsere Krippe ist aber nicht nur Simultankrippe, sondern auch Heimatkrippe. Das heißt, dass das biblische Geschehen in unsere heimische Landschaft der Schwäbischen Alb versetzt wurde. Auch dafür gibt es eine lange Tradition, denken wir nur an die neapolitanischen Krippen, aber auch den die Darstellung biblischer Geschichten in der Malerei. So zeigt z.B. das berühmte Abendmahlsgemälde Leonardo da Vincis Jesus mit seinen Jüngern in einem Renaissancesaal, und in Peter Bruegels  Darstellung des Turmbaus zu Babel sehen wir im Hintergrund die Stadt Antwerpen. Damit wird deutlich: die biblischen Geschichten sind nicht nur historische Erzählungen, sie betreffen uns und gehen uns etwas an.

Mit dem Bild unten können Sie sich in unserer Krippe umschauen – schieben Sie das Bild mit dem Mauszeiger nach links und rechts, wie Sie wünschen.

Wenn Sie Details genauer anschauen wollen, können Sie auf die folgenden Bilder klicken: