Karwoche und Ostern

Karwoche

An den Tagen bis Gründonnerstag laden wir herzlich zu einer kurzen Andacht zuhause ein.

Für Gründonnerstag und Karfreitag liegen in den Kirchen Liturgieblätter für eine Hausandacht und die Feier des Heiligen Abendmahls aus.

Das Abendmahl ist ein großer Schatz, den Jesus seinen Jüngern anvertraut hat. Mit Schätzen geht man achtsam um. Daher gilt im Regelfall, dass Abendmahlsfeiern von einer entsprechend ausgebildeten und ermächtigten Person geleitet werden. Ein Schatz ist jedoch auch dazu da, dass man ihn genießt und sich daran erfreut. Das Abendmahl kann uns als geistliche Nahrung stärken und ermutigen. Die Landeskirche hat daher aufgrund der besonderen Umstände für Gründonnerstag und Karfreitag die Möglichkeit geschaffen, das Heilige Abendmahl in den Familien zu feiern (ohne Leitung durch eine bevollmächtigte Person).

Alle Liturgien sind in den nächsten Tagen auch online abrufbar.

Ostern

Für den Ostersonntag bereiten wir einen Gottesdienst vor, der im Vorfeld aufgezeichnet und an Ostern um 10.30 Uhr über youtube bzw. unsere Internetseite hier gesendet wird.
Wir laden Sie herzlich ein, diesen Gottesdienst von zuhause aus mitzufeiern. Den genauen Link werden wir hier noch ergänzen.
Ab Karsamstag wird auch für die Ostertage je eine Liturgie mit Predigt in den Kirchen ausliegen.

Ostergruß für Zuhause

Zum Ostergottesdienst gehört auch das Entzünden der neuen Osterkerze. Gerne bringen wir Ihnen eine kleine Osterkerze – verbunden mit einem Gruß – nach Hause. Bitte melden Sie sich bis Karsamstag, 11. April, 12.00 Uhr im Pfarramt, wenn Sie sich über eine solche Osterkerze freuen würden. Wir stellen den Gruß dann am Ostermorgen bis spätestens 10.30 Uhr vor Ihre Haustür. Falls der Bote ihnen dann zuruft: „Der Herr ist erstanden“ – dann antworten Sie doch mit denselben Worten.

Palmsonntag

Heute ist Palmsonntag. Für viele in Heuchlingen und Heldenfingen ist dieser Tag nicht denkbar ohne Brezgenmarkt. Unten im Hungerbrunnental. Zu Fuß oder mit dem Bus geht es hin, man schlendert über den Markt, wird manchmal auch geschoben. Man trifft Bekannte, unterhält sich, kauft Bürsten und Socken. Natürlich darf die Palmbrezel nicht fehlen.

Auch wir als Kirchengemeinde wollten auf dem Markt sein, mit dem Dettinger Bus “Café 300”, dem Posaunenchor und einer Andacht. So hätte das dann etwa ausgesehen:

Doch dieses Jahr ist alles anders. Auch der Brezgenmarkt ist abgesagt. Was nun? Nutzen wir doch die Chance, und erinnern uns an die Bedeutung dieses Tages. Der Palmsonntag erinnert uns an den Einzug Jesu nach Jerusalem. Die Lage spitzt sich zu. Noch wird Jesus als der erhoffte Befreier und zukünftige König bejubelt. Doch sein Thron steht in keinem Palast. Er wird weder Pilatus noch Herodes stürzen. Sein Weg wird ihn ans Kreuz führen – dort wird er erhöht werden. Für uns und alle, die an ihn glauben.

Auf der Heldenfinger Krippe ist auch der Einzug Jesu dargestellt. Doch keine orientalische Stadt erwartet ihn. Den Schulberg zieht er hinauf, und die Menschen, die ihm zujubeln, tragen die Tracht der Älbler. Das macht deutlich: auch für uns ist Jesus diesen Weg gegangen.

Wie empfangen wir Jesus? Was erwarten wir von ihm? Das ist die Frage dieses Tages.

Und Palmbrezeln gibt es auch dieses Jahr. Entdecken Sie den Jungen, der schon eine in der Hand hält?

Landeskirche ermöglicht Hausabendmahl

Immer wieder wird gefragt, ob es möglich ist, in den Familien Abendmahl zu feiern. Nach der Abendmahlsordnung soll niemand die Abendmahlsfeier leiten, der nicht von der Landeskirche hierzu ermächtigt oder beauftragt ist. Angesichts der aktuellen Krise setzt die Landeskirche diese Regel für Gründonnerstag (9. April 2020) und Karfreitag (10. April 2020) aus.

Damit können Familien an diesen beiden Tagen eine Abendmahlsfeier im häuslichen Kreis gestalten.

Als Leitfaden hierzu hat die Landeskirche eine Liturgie veröffentlicht, die wir hier zum Download bereitstellen. Wir werden diese Liturgie in Kürze nochmals leicht überarbeiten und z.B. eine biblische Besinnung ergänzen. Zur Vorbereitung ist es dennoch hilfreich, bereits jetzt einen Blick hineinzuwerfen und insbesondere die Hinweise zur Vorbereitung wahrzunehmen.

Apps mit geistlichen Inhalten

Es gibt eine Vielzahl von Apps, also Programmen für das Smartphone, mit geistlichen Inhalten. Einige davon möchte ich heute vorstellen.

Bibel-App

Covergestaltung

Die Deutsche Bibelgesellschaft bietet eine kostenlose App an, die den Zugriff auf mehrere Bibelübersetzungen erlaubt: Die Lutherbibeln von 2017 und 1984, die Gute Nachricht und die BasisBibel.

Neben den Bibeltexten gibt es auch ein kleines Bibellexikon und verschiedene Lesepläne, die einen nach und nach durch die Bibel führen.

Die App ist hier kostenlos verfügbar:

Die-Bibel.de als App für iOS
Die-Bibel.de als App für Android
 

Cantico – Lieder zum Mitsingen

Cantico heißt die Lieder-App, die unter Federführung der württembergischen Landeskirche entwickelt wurde. In der App können Noten und Texte der Lieder angezeigt werden.
Die Ansicht mit Noten lädt zum mitsingen ein. Dabei kann man wählen, ob nur eine instrumentale Begleitung zu hören sein soll, oder auch eine Gesangsstimme, an die man sich gut anlehnen kann. Wie beim Karaoke werden die zu singenden Silben nacheinander hervorgehoben.

Die App an sich ist gratis, ebenso eine Auswahl von Liedern. Ganz aktuell wurden vorübergehend weitere Lieder zu den Themenbereichen “Glauben – Hoffen – Singen” und “Passion und Ostern” gratis freigeschaltet. Mittelfristig soll über die App das gesamte Evangelische Gesangbuch digital veröffentlicht werden, die Lizenz hierfür wird dann allerdings etwas kosten.

Erhältlich ist die App hier:

Cantico bei Google Play für Android
Cantico im App Store für iOS

Andachts-App

Covergestaltung

Jeden Tag einen kurzen Impuls bietet die Andachts-App. In der Regel handelt es sich um kurze Videos. Teilweise ist auch eine reine Hörfassung oder der Text zum nachlesen hinterlegt.
Wer sich nicht noch ein Programm auf das Smartphone oder Tablet laden will, kann auf die Andachten auch über eine Website zugreifen.

Erhältlich ist die App hier:

Online-Version der Andachts-App (ohne Installation mit jedem Browser abrufbar)
Andachts-App bei Google Play für Android
Andachts-App im App Store für iOS

Worte der Hoffnung

Ich will mich freuen über mein Volk. Man soll in ihm nicht mehr hören die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens.

Jesaja 65,19

Worte voller Hoffnung begegnen uns heute in der Losung. Worte der Gewissheit, dass Gott es gut machen wird. Freilich, wenn wir genau lesen, erkennen wir: das ist ein Ausblick auf eine Zukunft, die außerhalb unserer Welt liegt. Jesaja malt uns vor Augen, wie es sein wird, wenn Gott Himmel und Erde erneuern und mitten unter den Menschen wohnen wird.

Wir spüren in diesen Tagen: das ist nicht unsere Zeit. Noch scheint diese neue Welt in unerreichbarer Ferne. Gerade prägen Krankheit, Sorgen, Isolation, Einsamkeit unser Leben. Was wird noch alles geschehen? Wie lange kann es so weitergehen?

Und doch macht mir Hoffnung, was Jesaja sagt. Denn darin steckt auch die Botschaft: Gott sieht das Elend. Er will uns helfen. Schon heute streckt er uns seine Hand entgegen. An dieser Hand dürfen wir durch diese Zeit gehen – und auf das warten, was Gott uns schenken wird.

Einzeln und doch gemeinsam

Jene, die fern sind,
werden kommen und am Tempel des HERRN bauen.

Sacharja 6,15 (Losung für den 31. März)

Der Tempel in Jerusalem. Der Ort, an dem die Gegenwart Gottes mit allen Sinnen erlebt werden konnte. Unter König Salomo erbaut, von den Babyloniern zerstört. Als Sacharja im Auftrag Gottes redete, war der Wiederaufbau gerade im Gang. Es war eine mühevolle Arbeit, für die nur bescheidene Mittel zur Verfügung standen. Wie schön musste da die Vorstellung klingen, dass Helfer aus aller Welt zusammenkommen, um hier mitzubauen.

Als junger Student – es war kurz nach der politischen Wende in Osteuropa – nahm ich an einer Aufbaufreizeit im Osten Polens teil, gemeinsam mit anderen Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Deutschland und Polen. Gemeinsam arbeiten, aber auch gemeinsam feiern – das allein macht Freude, motiviert und erfüllt.

Gemeinsam daran arbeiten, dass Gottes Gegenwart sichtbar wird. So lässt sich die Vision des Sacharja in unsere Zeit übersetzen. Gemeinsam Gott groß machen und seinen Namen ehren.

Das fällt schwer in diesen Tagen, wenn Kontaktreduzierung angesagt ist. Und doch ist es nicht unmöglich. Gerade jetzt leuchtet immer wieder etwas auf von der Erfüllung dieser Vision. Wenn Menschen einander helfen. Sich gegenseitig ermutigen. Füreinander Besorgungen übernehmen. Und sich auch dann miteinander verbunden wissen, wenn sie in der Stille beten.

Ganz für uns können wir nun vorbereiten, was sich später in das große Bauwerk einfügen lässt. Jetzt können wir den Samen legen für die Zeit nach der Pandemie. Ich bin gespannt, was jetzt keimt und wie es dann weiterwächst, wenn wir uns wieder treffen können.

Uns allen wünsche ich die Zuversicht, dass Gott das Werk unserer Gedanken und Hände segnen möge.

Gedanken zum Wochenspruch für Judika

Nicht alle Gemeindeglieder haben den Albboten. Daher möchte ich die Besinnung zum Wochenspruch, die am Donnerstag schon im Albboten stand, auch hier veröffentlichen.

Der Menschensohn ist nicht gekommen,
dass er sich dienen lasse,
sondern dass er diene und gebe sein Leben
zu einer Erlösung für viele.

(Matthäus 20,28)

Liebe Gemeinde,
in diesen Tagen ist viel von Dienst und Dienen die Rede. Der Blick richtet sich dabei auf die Menschen, die nicht nur in der gegenwärtigen Lage so unschätzbar wertvoll für unsere Gesellschaft sind. Ärzte und Pflegekräfte, Mitarbeiter im Rettungsdienst und bei der Polizei, die Verkäuferinnen in den Lebensmittelgeschäften möchte ich nur beispielhaft nennen für alle, die beruflich oder ehrenamtlich die wichtigsten Funktionen unseres Gemeinwesens aufrecht erhalten und sich dabei mitunter einem hohen Risiko aussetzen. Sie alle haben unseren Dank und unsere Anerkennung verdient – und persönlich verbinde ich damit die Hoffnung, dass es uns gelingt, diese Anerkennung auch über die jetztige Krise hinaus aufrecht zu erhalten und zum Ausdruck zu bringen.

Alle, die jetzt für andere da sind, dürfen für sich in Anspruch nehmen, dass sie damit dem Beispiel Jesu folgen, der von sich sagt, dass er gekommen sei, um zu dienen. Wenn wir den Wochenspruch in seinem Zusammenhang lesen, entdecken wir, dass er Teil der Antwort Jesu auf eine Anfrage ist, die an ihn herangetragen wird. Eine Mutter bittet für ihre Söhne um besondere Ehre. Doch bei Jesus gilt: „Wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener.“ Solidarität ist gefragt, nicht Selbstverwirklichung. Vielleicht bieten uns diese Tage die Chance, das wieder neu zu entdecken. Weil Egoismus sich schonungslos entblößt. Weil wir in der erzwungenen Isloation erkennen, wieviel unsere Gemeinschaft wert ist. Weil wir neu sehen lernen, welchen Wert auch kleine Beiträge zum Ganzen haben. Es ist paradox, wenn der Weg zu neuer Gemeinschaft durch die Einsamkeit hindurchführt. Doch ebenso paradox ist auch der Weg Jesu: durch den Tod zum Leben. In der Lebenshingabe des Einzelnen liegt die Erlösung vieler.

Jesus erlöst uns von unserer Schuld, die – zugespitzt formuiert – darin liegt, dass wir zu sehr auf uns sehen, und dabei unsere Mitmenschen und Gott aus den Augen verlieren. Indem Jesus uns erlöst, macht er uns frei, wieder neu aufeinander zuzugehen, einander neu zu begegnen, zu erleben, was wahrhaftige menschliche Nähe ist. Gott möge schenken, dass wir in einigen Wochen befreit aufatmen und in neu gefundener Gemeinschaft leben dürfen.

Ihr Pfarrer Rolf Wachter

Seelsorge in Zeiten von Corona

Die Regelungen zur Kontaktreduzierung betreffen leider auch die persönlichen Begegnungen in der Kirchengemeinde. So finden derzeit z.B. auch keine Geburtstagsbesuche statt.

Doch vielleicht haben Sie gerade jetzt ein besonders Anliegen?
Oder es gibt etwas, das Sie schon lange beschäftigt – und nun ist plötzlich Zeit da, um darüber zu reden?

Persönliche Besuche im Pfarramt sind ist leider derzeit nicht möglich.

Dennoch steht ich als Ihr Pfarrer selbstverständlich für seelsorgliche Gespräche zur Verfügung.

Sie erreichen mich (beinahe) jederzeit telefonisch oder per Mail. Wenn ich doch einmal unterwegs sein sollte, hinterlassen Sie bitte eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter, so dass ich mich bei Ihnen melden kann.

Telefon: 07324 – 2727

Per Mail: rolf[Punkt]wachter[at]elkw[Punkt]de
Bitte ersetzen Sie die Angaben in Klammer durch das entsprechende Zeichen.

Sehr gerne stehe ich auf diesem Weg für persönliche und seelsorgliche Gespräche zur Verfügung – was auch immer Sie in dieser Zeit bewegt.

Ihr Pfarrer Rolf Wachter