Ökumenisches Hoffnungszeichen

Glocken laden zum Gebet

Vor einigen Tagen haben wir dazu angeregt, abends eine Kerze ins Fenster zu stellen und kurz innezuhalten. Diese Anregung wurde nun auch von der Landeskirche und der katholischen Diözese Rottenburg-Stuttgart aufgegriffen – allerdings mit einer kleinen Änderung: gemeindeübergreifend läuten die Glocken um 19.30 Uhr zu Gebet.
Auch wir haben daher das Abendläuten entsprechend verschoben.

Landesbischof Dr. Frank O. July schreibt dazu:
„Die Glocken sollen uns daran erinnern, dass wir unser Leben auch in diesen Krisentagen mit dem großen Horizont der Gegenwart Gottes sehen. Die Glocken rufen uns zur Andacht und Fürbitte. Wir denken an die kranken Menschen und alle, die im medizinisch-pflegerischen Bereich, im öffentlichen Dienst, in den Familien und Nachbarschaften für Unterstützung und Hilfe sorgen.“

Wir laden ein, um 19.30 Uhr eine brennende Kerze ins Fenster zu stellen und zu einem Gebet innezuhalten. Dies kann ganz schlicht und einfach ein frei formuliertes Gebet sein, in dem Sie Gott sagen, was Sie bewegt. Sie können aber auch einer kurzen Liturgie folgen:

Einer: „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“

Alle: Amen.

Die Kerze wird entzündet und ins Fenster, möglichst zur Straße hin, gestellt.

Einer: Wir beten in der Stille

(Gebetsstille)

Gemeinsames Vater unser

Segenswort (Einer): Der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen in Christus Jesus. Amen.

Mach dir Freude auf!

Am Freitag (27.03.2020) ist es endlich soweit. Die ersten TANKE dahoim geht um 20 Uhr an den Start. Mit dabei in ihren Wohnzimmern oder im ejh-Studio sind Jonathan Helsen, Jörg Kresse, Eddy Scheck, Tassilo Kresse und viele Ehrenamtliche aus dem Kirchenbezirk.

Das Thema: Es geht um Freude, oder wie Coca Cola sagt: „Mach dir Freude auf!“

Das TANKE-Bistro: Es gibt Briegelschmiere (Schwäbische Pizza). Jede und jeder kann sich daheim etwas zubereiten (ein Rezept gibt es seit heute auf Instagram).

Interaktiv: Während es Gottesdienstes können per Handy Fragen gestellt werden, die wir versuchen werden live im Gottesdienst zu beantworten.

Der Gottesdienst läuft auf Youtube. Unser Link: https://www.youtube.com/channel/UCdXl5ino3Q4P1yg-HtYvvww

Gedanken zur Losung vom 26. März

Ich bekenne meine Schuld, bekümmert bin ich meiner Sünde wegen.

Psalm 38,19

Die Traurigkeit nach Gottes Willen wirkt zur Seligkeit eine Umkehr, die niemanden reut.

2. Korinther 7,10

Ist die Menschheit eigentlich selber Schuld an ihrer derzeitigen Lage? Ist das Coronavirus am Ende gar eine Strafe Gottes für alle möglichen Verfehlungen? Wird Buße und Umkehr zu Gott uns auch vor dieser Krankheit retten? Diese Gedanken sind mir in den letzten Tagen von verschiedenen Seiten begegnet.

Mir fällt es schwer, in einer Notlage – wie auch immer sie aussehen mag – ein Strafgericht Gottes zu sehen. Gewiss kann Gott so handeln. Doch ich möchte mir nicht anmaßen, Gottes Gedanken zu kennen. Stattdessen will ich auf den Gott vertrauen, der uns in Jesus Christus begegnet. Ein Gott, der am Elend der Menschen mitleidet. Der nicht verurteilt, sondern vergibt. Der Krankheiten heilt und Menschen gesund macht.

Das heißt freilich nicht, dass Gott uns aus unserer Verantwortung entlässt.

„Ich bekenne meine Schuld, bekümmert bin ich meiner Sünde wegen,“ heißt es in der Losung für den heutigen Donnerstag.

Unsere moderne Lebensweise hat die rasend schnelle Ausbreitung des Virus erst möglich gemacht. Auch jenseits des Virus gibt es viele Bereiche, in denen schon seit längerem immer wieder ein Umdenken angemahnt wird – im Blick auf den Umgang mit unserer Umwelt ebenso wie im Hinblick auf das Miteinander mit unseren Mitmenschen.

Vielleicht gibt uns die Krise ja Zeit, dass wir uns auf das Wesentliche besinnen. Dass wir entdecken, wie viel möglich ist, wenn wir nur wollen. Dass wir es wagen, uns mit aller unserer Kraft füreinander und für diese Welt einzusetzen. Und dass wir neu auch auf Gott zugehen und von ihm Hilfe erwarten. So, wie es auch der Beter des 38. Psalms ausspricht:

„Verlass mich nicht, HERR, mein Gott, sei nicht ferne von mir!
Eile, mir beizustehen, Herr, meine Hilfe!“

Eine Gebet von Karl Barth

Am vergangenen Freitag, 20. März, war den Losungen der Herrnhuter Brüdergemeinde ein Gebet von Karl Barths beigefügt. Viele fanden in diesem Gebet die Worte, nach denen sie in dieser Zeit suchen.
In den Losungen waren nur die ersten Sätze abgedruckt. Ein Kollege hat sich die Mühe gemacht, das ganze Gebet herauszusuchen. Weil die Worte auch mich ansprechen, möchte ich es hier gerne weitergeben.

Karl Barth sprach dieses Gebet übrigens 1958 als Abschluss einer Weihnachtspredigt in der Strafanstalt in Basel. Auch der Kerngedanke seiner Predigt gilt bis heute: in der Krippe von Bethlehem liegt “der, der es mit uns hält.” Diese Weihnachtspredigt, die man auch in der Passionszeit lesen kann, da wir alle ein bisschen wie Gefangene sind, ist hier veröffentlicht.

Herr unser Gott! Wenn wir Angst haben, dann laß uns nicht verzweifeln! Wenn wir enttäuscht sind, dann laß uns nicht bitter werden! Wenn wir gefallen sind, dann laß uns nicht liegen bleiben! Wenn es mit unserem Verstehen und mit unseren Kräften zu Ende ist, dann laß uns nicht umkommen! Nein, dann laß uns deine Nähe und deine Liebe spüren, die du ja gerade denen verheißen hast, deren Herz demütig und zerschlagen ist und die sich fürchten vor deinem Wort. Zu allen Menschen ist ja dein lieber Sohn gekommen als zu solchen, die so dran sind. Eben weil wir alle so dran sind, ist er im Stall geboren und am Kreuz gestorben. Herr, erwecke uns alle und halte uns alle wach zu dieser Erkenntnis und zu diesem Bekenntnis!

Und nun denken wir an alle Finsternisse und Leiden dieser unserer Zeit – an die vielen Irrtümer und Mißverständnisse, mit denen wir Menschen uns plagen – an all das Harte, das so Viele trostlos tragen müssen – an all die großen Gefahren, von denen die Welt bedroht ist, ohne Rat zu wissen, wie sie ihnen begegnen soll. Wir denken an die Kranken und Geisteskranken, an die Armen, die Vertriebenen, Unterdrückten und Unrecht Leidenden, an die Kinder, die keine oder keine rechten Eltern haben. Und wir denken an Alle, die berufen sind, so weit zu helfen, als Menschen helfen können: an die Regierungsmänner unseres Landes und aller anderen Länder, an die Richter und Beamten, an die Lehrer und Erzieher, an die Menschen, die Bücher und Zeitungen zu schreiben haben, an die Ärzte und Schwestern in den Spitälern, an die Verkündiger deines Wortes in den verschiedenen Kirchen und Gemeinschaften in der Nähe und in der Ferne. Wir denken an sie alle mit der Bitte, daß das Licht der Weihnacht ihnen und uns hell, viel heller als bisher leuchten möge, damit ihnen und uns geholfen werde. Das alles im Namen des Heilandes, in welchem du uns schon erhört hast und wieder und wieder erhören willst. Amen.

Gott ist gerecht und gnädig

Der HERR ist gerecht in allen seinen Wegen
und gnädig in allen seinen Werken.

Psalm 145,17


Darum lassen auch wir nicht ab,
für euch zu beten und zu bitten,
dass ihr erfüllt werdet
mit der Erkenntnis seines Willens
in aller geistlichen Weisheit und Einsicht.

Kolosser 1,9

Gott ist gerecht in allen seinen Wegen. Manchmal erkennen wir Gottes Gerechtigkeit nicht. Manchmal fragen wir uns, wo seine Wege uns hinführen, wozu dieses oder jenes gut sein soll. So denken wir vielleicht auch in diesen Tagen.

Da ist es gut, auch das andere zu hören: Gott ist gnädig in allen seinen Werken. Wo er uns auch hinführt, was uns auch erwartet – in allem wird Gott gnädig mit uns handeln, wird er uns nicht mehr zumuten, als wir tragen können.

Dass wir Gottes Gerechtigkeit erkennen und seine Gnade sehen – darum dürfen wir ihn bitten, und darin dürfen wir einander stärken, so wie Paulus es an die Kolosser schreibt. In allem, was in diesen Tagen auf uns einstürzt – Ängste, Sorgen, Ungewissheit, eigene Krankheit vielleicht – bleibt doch eines bestehen: dass Gott uns nicht allein lässt und dass wir uns im Gebet an ihn wenden dürfen.

Winter oder Frühling?

Gestern war ich mit meiner Familie spazieren. Natürlich sind wir den anderen Menschen, die ebenfalls draußen unterwegs waren, mit Abstand begegnet – so, wie es sich in diesen Tagen gehört.

Uns zeigte sich ein durch und durch friedliches Bild. Bei strahlend blauem Himmel und ungetrübtem Sonnenschein wehte gleichzeitig ein eisiger Wind. Während in den schattigen Winkeln der Schnee sich tapfer hielt, kleideten sich Wiesen und Felder schon in frühlingshaftem Grün. Frühlingsidylle pur.

In der Tageslosung für den heutigen Montag heißt es:

HERR, du bist’s allein, du hast gemacht den Himmel und aller Himmel Himmel mit ihrem ganzen Heer, die Erde und alles, was darauf ist, die Meere und alles, was darinnen ist.

Nehemia 9,6

In diesen Tagen hält das Corona-Virus uns und die Welt in Atem. Es bestimmt unseren Alltag. Viele Bereiche unseres Lebens sind eingefroren. Mancher fragt sich bange, wie es wohl weiter gehen mag. Wir können nicht viel weiter sehen als bis zu den nächsten Tagen.

Die Losung des heutigen Tages verweist uns auf Gott, den Schöpfer unserer Welt. Was wir sind und haben verdanken wir ihm. Auch all das, was bisher so selbstverständlich war und nun auf einmal in Frage gestellt ist.

Daran erinnert uns auch der zweite Teil der Losung, der sogenannte Lehrtext aus dem Neuen Testament:

Gott hat sich selbst nicht unbezeugt gelassen, hat viel Gutes getan und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, hat euch ernährt und eure Herzen mit Freude erfüllt.

Apostelgeschichte 14,17

Gerade jetzt tut es gut, wenn wir dankbar zurückblicken können. Das hilft uns, auch im Blick auf eine ungewisse Zukunft wieder Zuversicht zu gewinnen.

Dazu wurde mir bei unserem Spaziergang dieser Heckenriegel zum Gleichnis. Auf der einen Seite liegt Schnee und es sieht aus wie im tiefsten Winter. Nur wenige Zentimeter weiter aber ist Frühling. Dazwischen steht die Hecke wie eine Grenze.

Derzeit stehen wir wohl auf der Winterseite der Hecke. Doch Gott, der diese Welt und uns bis jetzt erhalten hat, wird uns auch einen neuen Frühling schenken. Darauf dürfen wir vertrauen – und darum dürfen wir Gott auch bitten.

Hausandacht und Livestreams für den Sonntag Lätare (22. März 2020)

An diesem Sonntag werden wir erstmals nicht als Gemeinde zusammenkommen können. Es gibt viele verschiedene Angebote, um von zuhause aus Gottesdienst feiern zu können. Einige haben wir im Abschnitt “Gottesdienste” zusammengestellt.

Ein Angebot unserer Kirchengemeinde sind die Liturgie für eine Hausandacht sowie eine kurze Lesepredigt. Beides zusammen kann hier heruntergeladen werden:

Mit der Bibel durch die Krise

Bibeltexte für jeden Tag bis Ostern

Eine aufgeschlagene Bibel.

Lange Jahre gab es in Heuchlingen und Heldenfingen eine Passionsbibellesegruppe. Menschen haben in der Passionszeit Tag für Tag einen bestimmten Bibelabschnitt gelesen und sich dann einmal in der Woche darüber ausgetauscht.

Pfarrer Manuel Ritsch aus Dettingen hat nun einen Leseplan für die Tage ab heute bis einschließlich Ostermontag erstellt.

Leute aus Heuchlingen und Heldenfingen sind ausdrücklich zur Beteiligung eingeladen und herzlich willkommen – in diesen Zeiten gilt noch mehr als sonst auch schon, dass es für die Teilnahme an unseren Angeboten keine Rolle spielt, wer wo wohnt.

Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Dokument):

Zuhause um zehn

Ferien sind etwas wunderbares. Viele Kinder berechnen schon kurz nach dem Ende einer Ferienperiode, wie lange es noch bis zu den nächsten Ferien dauert. Doch die nun erzwungene Schulpause unterscheidet sich deutlich von den Ferien.

Viele Schülerinnen und Schüler erhalten nun von ihrer Schule tägliche oder wöchentliche Lernaufgaben. Es ist gut, wenn diese im Rhythmus des gewohnten Stundenplans erledigt werden. Doch was macht man, wenn die Aufgaben die Zeit nicht füllen? Und wie gestaltet man den Nachmittag, wenn man Freunde nicht treffen soll und die Spielplätze gesperrt sind?

Das evangelische Jugendwerk Württemberg hat sich als Antwort auf diese Fragen den Blog zuhauseumzehn.de einfallen lassen. Dieter Braun, Fachlicher Leiter des EJW, schreibt:

„Seit heute sind nun also überall Kinder und Jugendliche zu Hause… und vielen wird in den kommenden Wochen schnell die Decke auf den Kopf fallen. Darum haben wir versucht schnell zu reagieren und sind nun mit dem Blog www.zuhauseumzehn.de online gegangen, um euch und eure Kids und Teens zu unterstützen.

Jeden Tag um Punkt 10 Uhr veröffentlichen wir dort zwei coole Ideen: eine für Kinder und eine für Jugendliche… um deren Alltag ein wenig aufzupeppen. Gleichzeitig findet sich auf dem Blog eine Liste mit Links zu weiteren Seiten der Jugendarbeit mit einer Fülle von kreativen Ideen. “

Schaut doch mal rein – und sagt es weiter!

Kerze der Hoffnung

In einem dunklen Fenster leuchtet eine Kerze
Das Licht einer Kerze erhellt die Dunkelheit.

In diesen Tagen der notwendigen Isolation ist es besonders wichtig, Gemeinschaft im Glauben zu leben. Dies ist auch weiter möglich.

Die folgende Anregung habe ich gestern erhalten:

Wir stellen um 19 Uhr eine brennende Kerze ans Fenster. Die Kerze brennt als Licht der Hoffnung. Zur gleichen Zeit läuten auch die Kirchenglocken. Zum Klang der Glocken beten wir in ökumenischer Gemeinschaft für unser Dorf, unser Land und die Welt. Jeder Haushalt für sich. Beim gemeinsamen Vaterunser wissen wir uns mit allen verbunden und von Gott gehalten.

Je mehr Menschen sich anschließen, desto heller scheint das Licht der Hoffnung – in der Welt, für die Welt.

Ein Kollege, der aufgrund einer Lungenvorschädigung seit drei Tagen in absoluter häuslicher Isolation lebt, schreibt: „Das gemeinsame Abendgebet stärkt mich in diesen Tagen sehr.“

Guter Gott,
vieles hat sich verändert in den vergangenen Tagen.
Das Coronavirus ist uns auf einmal sehr nahe gekommen.
Wir müssen unser Leben umstellen.
Vieles, was bisher selbstverständlich war, ist nun unmöglich geworden.
Wir wissen nicht, was noch geschehen wird.
In Deiner Hand sind wir geborgen.
Dir befehlen wir diese Welt an
– die Kranken
– die Pflegekräfte und Ärzte
– die Verantwortlichen in Politik und Wissenschaft
– diejenigen, die nun noch einsamer werden
– …
– uns selber mit unseren Gedanken und Sorgen.
Wende unsere Situation zum Guten.
Lass uns nun zusammenstehen und füreinander da sein.
Sei Du unsere Hilfe und unser Trost.

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.